← Zum Reformradar

Schwerpunkt · GKV-Finanzierung

Beitrags­satz­stabilisierungs­gesetz

Was feststeht. Was auf uns zukommt. Was noch offen ist.

Das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz gilt gestaffelt. Die Oktober-Beschlüsse ändern die Perspektive für ambulante OPs, Psychotherapie und Terminversorgung. Hier stehen die Regeln, ihre Bedeutung für den Betrieb und die noch offenen Schritte.

Von Aljoscha Nickel · Zuletzt gezielt geprüft:

Am 3. November gezielt aktualisiert: Festlegung des durchschnittlichen Zusatzbeitrags 2027. Die übrigen im Oktober gezielt geprüften Themen behalten ihren Prüfstand vom 21. Oktober; weitere hier dargestellte Regeln den vom 27. September 2026.

Aktualisierung · 3. November 2026

Katarakt-OPs: Bundestag beschließt Erhalt der extrabudgetären Vergütung

Nach dem Bundestagsbeschluss vom 15. Oktober sollen ambulante Operationen einschließlich Begleitleistungen weiter außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung (MGV) bezahlt werden. Damit würde das zusätzliche Budgetierungsrisiko für die Kataraktchirurgie entfallen. Bundesratsbefassung und Verkündung stehen noch aus. Weitere Oktober-Themen sind die geplante Umstellung der Hybrid-DRG, Ausnahmen für Psychotherapie und strengere Terminmeldepflichten. Die Planungsübersicht ordnet diese Änderungen neben den bereits feststehenden Einschnitten ein. Neu am 3. November ergänzt: Das BMG hat den durchschnittlichen Zusatzbeitrag 2027 auf 2,9 Prozent festgelegt. Maßgeblich für die Lohnplanung bleiben die kassenindividuellen Beitragssätze.

Bundestagsbeschluss: Ausnahme für ambulante Operationen ↗
KBV: Bundestagsbeschluss zu OP-Vergütung und Spargesetz ↗
BMG legt durchschnittlichen Zusatzbeitrag 2027 auf 2,9 Prozent fest ↗

Meine Einordnung auf LinkedIn vom 16. Oktober →

Zur Kataraktvergütung und den offenen Fragen →

Der Stand in einer Minute

Beschlossen heißt nicht: alles gilt schon.

Bereits geltendes Recht

Das Gesetz ist verkündet.

Gesetz vom 24. Juli, veröffentlicht am 29. Juli 2026. Grundsätzlich seit 30. Juli in Kraft; einzelne Regeln beginnen später.

Beschlossen für später

2027 bringt viele Änderungen.

Unter anderem bei Honoraren, Zuzahlungen und Beiträgen. Teilarbeitsunfähigkeit und der Partnerzuschlag folgen grundsätzlich 2028.

Bundestag beschlossen · Verfahren offen

OP-Vergütung soll extrabudgetär bleiben.

Die Oktober-Korrektur umfasst ambulante Operationen einschließlich Katarakt. Bundesratsbefassung und Verkündung stehen noch aus; die Höhe der Kataraktvergütung bleibt eine eigene Frage.

GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz: Bundesgesetzblatt 2026 I Nr. 228 ↗

Eine künftige, bereits gesetzlich festgelegte Regel ist mehr als eine politische Absicht. Die Hinweise „Ergebnis offen“ beziehen sich hier auf die Umsetzung. Andere Vorhaben wie Primärversorgung oder GeDIG sind eigene Reformverfahren.

Meine Einordnung · Betriebsplanung

Was bedeutet das für meinen Betrieb?

Eine Übersicht für Budget, Personal und Abläufe. Die Vorbereitungsschritte sind meine Empfehlungen; der jeweilige Stand steht in jeder Zeile. Details und Originalquellen sind direkt verlinkt.

Erlöse, Beginn, offene Entscheidungen und Vorbereitung
BereichErlöse / KostenBeginn & StandOffen / jetzt vorbereiten
TSVG und ePA →Bisherige Zuschläge und ePA-Erlöse entfallen.1. Januar 2027 · Vergütungsbeschlüsse liegen vorZiffernerlöse auswerten; Budgets und Vorlagen anpassen. TSVG-Fälle nicht als vollständigen Erlösausfall rechnen.
Katarakt →Extrabudgetäre Finanzierung soll bleiben; neuer Preis offen.Oktober-Korrektur noch nicht verkündet; Prüfauftrag bis 31. März 2027Personal und Kapazität planen; Preisänderungen als Szenarien rechnen.
IVOM →Fortführung außerhalb des Budgets hier nicht bestätigt.Vergütung ab 2027 gesondert offenVerträge und KV-Umsetzung separat prüfen; Katarakt-Regel nicht übertragen.
Hybrid-DRG →Ohne Übernachtung ambulantes Vergütungsniveau vorgesehen.2027 Umstellung / 2028 Abschaffung · Verfahren offenFallmix, Kosten und Erlöse vergleichen; Investitionen anhand der endgültigen Regeln planen.
Psychotherapie →Bestimmte Ausnahmen und Schutz laufender Therapien vorgesehen.Ab 2027 vorgesehen · Verfahren offenLeistungsarten und Genehmigungen abgrenzen; neue KV-Regeln prüfen.
Terminorganisation →Wegfall der Sondervergütung; zugleich strengere Meldung vorgesehen.Bundestag beschlossen · konkrete Kontingente hier nicht belegtKapazität und Zuständigkeit prüfen; keine unbestätigte Meldequote einplanen.
Zweitmeinung →Vergütungsanspruch kann vom Nachweis abhängen.Erste Eingriffsauswahl bis 31. März 2027Bei betroffenen Eingriffen Aufklärung, regelmäßig 15 Arbeitstage Vorlauf und Nachweis organisieren.
Personalkosten →Höhere beitragspflichtige Einkommen; kassenindividueller Zusatzbeitrag.2027 · Rechengrößen vom Kabinett beschlossen, Zustimmung offen6.375 Euro Monatsgrenze als vorläufigen Stand nutzen; endgültige Werte und Kassensätze abgleichen.
Zusatzbeitrag →Durchschnitt 2027: 2,9 Prozent; Kassensatz kann abweichen.Festlegung vom 30. Oktober 2026 für 2027Die tatsächlichen Kassensätze für die Lohnplanung verwenden und Beitragsbemessungsgrenzen gesondert abgleichen.
13 konkrete Punkte

Was sich für Praxen und MVZ ändert

Honorar, Abrechnung und Abläufe: Die wichtigsten Punkte für die Planung. Die Folgen sind meine Einordnung; die Regelungen sind jeweils mit Originalquellen belegt.

Beschlossen · Start steht festTerminvermittlungszuschläge entfallenDer Wegfall ist bereits in konkreten Abrechnungsziffern umgesetzt.1. Januar 2027

Was konkret geregelt ist

Die betroffenen Zuschläge für Hausarztvermittlung und Termine über die Terminservicestelle (TSS) werden gestrichen. Der Beschluss nennt unter anderem GOP 03008, 03010, 04008 und 04010 sowie die fachgruppenspezifischen Zuschläge. Für die Augenheilkunde ist ausdrücklich GOP 06228 betroffen.

Was das praktisch bedeutet · meine Einordnung

Bisherige Erlöse aus diesen Ziffern gesondert auswerten und im Budget 2027 berücksichtigen. Termin- und Abrechnungsvorlagen auf den neuen EBM umstellen.

Der Wegfall der Zuschläge ist von der Überführung der Behandlungsfälle ins Gesamtbudget zu unterscheiden. Aus einer Vergütungsänderung folgt keine Aufhebung bestehender Versorgungsaufträge.

GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz: Bundesgesetzblatt 2026 I Nr. 228 ↗
EBA 88: Terminvermittlungszuschläge der Fachärzte ↗
BA 848: TSVG, Organspendeberatung und Kurzzeittherapie ↗

Fundstelle: § 87 Abs. 2b/2c SGB V; EBA 88, PDF-Seite 4; BA 848, PDF-Seite 1

Diesen Punkt verlinken ↗
Bundestag beschlossen · Verfahren offenTerminpflichten: Mehr Vorgaben bei weniger SondervergütungDie Notfallreform soll feste Terminkontingente für die Terminservicestellen ermöglichen.Bundestag beschlossen am 15. Oktober; Verfahren noch offen

Was konkret geregelt ist

Neben den Vergütungskürzungen sieht die beschlossene Notfallreform eine Verschärfung der Terminmeldepflicht vor. An die Stelle des gesetzlich nicht näher bestimmten Umfangs freier Termine sollen verbindliche Kontingente treten. Die Einzelheiten sind von der weiteren Umsetzung zu unterscheiden.

Was das praktisch bedeutet · meine Einordnung

Terminerlöse und verfügbare Kapazität gemeinsam betrachten. Zuständigkeiten für die Meldung, medizinische Dringlichkeit und die Einbindung in den Praxiskalender vorbereiten.

Das ist eine Regelung der Notfallreform im selben Gesetzespaket. Hier ist weder eine bereits geltende neue Meldequote noch eine einheitliche Zahl zusätzlicher Termine belegt. Der Wegfall der TSVG-Vergütung hebt bestehende Versorgungsaufträge nicht auf.

Bundestagsbeschluss: Ausnahme für ambulante Operationen ↗
KBV: Bundestagsbeschluss zu OP-Vergütung und Spargesetz ↗

Fundstelle: Drucksache 21/8629, Änderung § 75 SGB V und Begründung Seite 120; KBV vom 15. Oktober, Abschnitt Feste Terminkontingente.

Diesen Punkt verlinken ↗
Beschlossen · Start steht festMehr Leistungen werden aus dem Gesamtbudget bezahltTSVG-Fälle wechseln nach dem bisherigen Gesetz ins Budget; für ambulante OPs hat der Bundestag eine Ausnahme beschlossen.Ab dem Kalenderjahr 2027

Was konkret geregelt ist

Leistungen nach Vermittlung durch TSS oder Hausarzt und in offenen Sprechstunden werden in die morbiditätsbedingte Gesamtvergütung (MGV) einbezogen. Hinzu kommen weitere bisher außerhalb dieses Budgets vergütete Leistungen, unter anderem nach der gesetzlichen Acht-Quartale-Regel. § 87d regelt Ausnahmen, etwa für bestimmte neue Leistungen und nichtärztliche Dialyseleistungen. Neu am 15. Oktober: Der Bundestag hat eine weitere Ausnahme für ambulante Operationen einschließlich Begleitleistungen beschlossen. Sie ist noch nicht verkündet und muss vom bisherigen Rechtsstand unterschieden werden. Weitere vorgesehene Ausnahmen und der Schutz laufender Psychotherapien stehen im eigenen Abschnitt Psychotherapie.

Was das praktisch bedeutet · meine Einordnung

TSVG-Fälle, ambulante Operationen und andere Leistungen getrennt planen. Für Kataraktoperationen verbessert der vorgesehene Erhalt der extrabudgetären Vergütung die Grundlage für zusätzliche medizinisch notwendige Eingriffe. Für andere Fälle bleiben die jeweilige gesetzliche Ausnahme und die regionale Honorarverteilung maßgeblich.

Es entfällt nicht der gesamte bisherige Erlös dieser Fälle. Das Gesetz sieht auch Rückführungen und Aufstockungen des Budgets vor. Vorgaben zur Rückführung und Verteilung sind bis 15. Februar 2027 zu beschließen; die Wirkung auf die einzelne Praxis ist damit noch nicht beziffert.

GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz: Bundesgesetzblatt 2026 I Nr. 228 ↗
Bundestagsbeschluss: Ausnahme für ambulante Operationen ↗
KBV: Bundestagsbeschluss zu OP-Vergütung und Spargesetz ↗

Fundstelle: §§ 87a Abs. 3, 87b Abs. 2, 87d SGB V; PDF-Seiten 13 sowie 16–17; Oktober-Korrektur: Drucksache 21/8629, Seiten 46–47 und 147.

Diesen Punkt verlinken ↗
Bundestag beschlossen · Verfahren offenHybrid-DRG: Umstellung 2027, Abschaffung ab 2028 vorgesehenEingriffe ohne Übernachtung sollen 2027 nach EBM vergütet werden; ab 2028 sollen Hybrid-DRG entfallen.2027 / 1. Januar 2028; Oktober-Änderung noch nicht verkündet

Was konkret geregelt ist

Der Bundestagsbeschluss sieht vor, Hybrid-DRG-Fälle ohne Übernachtung 2027 auf das Vergütungsniveau ambulanter Leistungen umzustellen. Zum 1. Januar 2028 soll § 115f SGB V gestrichen werden. Kurzzeitfallpauschalen für Krankenhäuser sollen dann Anreize setzen, bisher stationäre Behandlungen ambulant durchzuführen. Hybrid-DRG sind Fallpauschalen für bestimmte Eingriffe unabhängig davon, ob sie ambulant oder stationär erbracht werden.

Was das praktisch bedeutet · meine Einordnung

Betroffene Eingriffe und bisherige Hybrid-DRG-Erlöse getrennt erfassen. Für 2027 EBM-Erlöse und tatsächliche Kosten gegenüberstellen; für 2028 Kooperationen, Auslastung und Investitionen neu bewerten.

Die Oktober-Änderung ist noch kein geltendes Recht. Welche Fälle, Preise und Übergänge im Einzelnen gelten, muss die endgültige Regelung zeigen. Daraus folgt kein pauschaler Abschlag auf jede ambulante Operation.

Bundestagsbeschluss: Ausnahme für ambulante Operationen ↗
KBV: Bundestagsbeschluss zu OP-Vergütung und Spargesetz ↗

Fundstelle: Drucksache 21/8629, Artikel 2a (§ 115f), Seite 49; Begründung Seite 149.

Diesen Punkt verlinken ↗
Bundestag beschlossen · Verfahren offenPsychotherapie: Ausnahmen und Schutz laufender Behandlungen vorgesehenBestimmte Leistungen sollen extrabudgetär bleiben; laufende genehmigte Therapien sollen geschützt werden.Ab 2027 vorgesehen; Oktober-Änderung noch nicht verkündet

Was konkret geregelt ist

Der neue § 87d im Bundestagsbeschluss nennt Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie, bestimmte psychotherapeutische Leistungen der Komplexversorgung und Akutbehandlungen mit festgestellter Dringlichkeit und Vermittlung über eine Terminservicestelle. Zudem dürfen nach der vorgesehenen Übergangsregel für am 31. Dezember 2026 noch nicht abgeschlossene antrags- und genehmigungspflichtige Therapien im Verteilungsmaßstab keine Honorarbegrenzungen oder -minderungen enthalten sein.

Was das praktisch bedeutet · meine Einordnung

Leistungsarten, Vermittlungsweg und laufende Genehmigungen getrennt dokumentieren. Die Rückführung anderer Leistungen ins Budget und die Streichung der Kurzzeittherapie-Zuschläge gesondert kalkulieren.

Das ist keine generelle Ausnahme aller psychotherapeutischen Leistungen. Maßgeblich sind die konkreten Voraussetzungen und der Abschluss des Gesetzgebungsverfahrens; die endgültige Umsetzung durch Bewertungsausschuss und KV ist zu prüfen.

Bundestagsbeschluss: Ausnahme für ambulante Operationen ↗
KBV: Bundestagsbeschluss zu OP-Vergütung und Spargesetz ↗

Fundstelle: Drucksache 21/8629, § 87b Abs. 2 und § 87d Abs. 1 Nr. 5–7, Seiten 45–47.

Diesen Punkt verlinken ↗
Beschlossen · Start steht festHygienezuschläge auf Pauschalen entfallenDie gesonderte Finanzierung wird gestrichen; die Hygieneaufgaben bleiben.1. Januar 2027

Was konkret geregelt ist

Der EBM darf ab Januar 2027 keine Hygienezuschläge auf Versicherten- und Grundpauschalen mehr enthalten.

Was das praktisch bedeutet · meine Einordnung

Den bisherigen Zuschlagserlös erfassen. Hygienekosten, Personalaufwand und Materialbedarf weiterhin vollständig einplanen.

Das ist keine pauschale Abschaffung sämtlicher hygienebezogener Vergütung und keine Absenkung fachlicher Hygieneanforderungen.

GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz: Bundesgesetzblatt 2026 I Nr. 228 ↗

Fundstelle: § 87 Abs. 2a SGB V; Artikel 1 Nr. 31b, PDF-Seite 11

Diesen Punkt verlinken ↗
Beschlossen · Start steht festePA: Vergütung endet, Pflichten bleibenFür die Erstbefüllung wurde eine Übergangsregel beschlossen.Übergang bis 31. Dezember 2026; Wegfall ab 1. Januar 2027

Was konkret geregelt ist

GOP 01431 und 01647 werden zum 1. Januar 2027 gestrichen. Die Erstbefüllungsziffer 01648 wird aufgrund des EBA-Beschlusses rückwirkend ab 30. Juli nur bis zum 31. Dezember 2026 weitergeführt.

Was das praktisch bedeutet · meine Einordnung

ePA-Erlöse getrennt auswerten und den Prozess im Team weiter organisieren. Die Unterstützung und Befüllung müssen in den rechtlich vorgegebenen Fällen weiterhin geleistet werden.

Die Behauptung, die Erstbefüllung werde schon seit Ende Juli überhaupt nicht mehr vergütet, greift nach diesem Übergangsbeschluss zu kurz.

EBA 88: ePA-Vergütung und Übergang bis Ende 2026 ↗

Fundstelle: EBA 88 vom 25. August 2026, Teile A–C; insbesondere PDF-Seiten 6–8

Diesen Punkt verlinken ↗
Bundestag beschlossen · Verfahren offenAbschläge für Haus- und Kinderärzte sollen entfallenDer Bundestag hat die Rücknahme der Abschläge beschlossen; bisherige Umsetzungsbeschlüsse sind vor der Planung erneut abzugleichen.Bundestagsbeschluss vom 15. Oktober; Änderung noch nicht verkündet

Was konkret geregelt ist

Das im Juli verkündete Gesetz und BA 848 sehen Änderungen an der Hausarzt- und Kinderarzt-MGV vor, darunter Abschläge wegen Kostendegression. Nach dem Bundestagsbeschluss vom 15. Oktober sollen diese Abschläge entfallen. Die Oktober-Korrektur ist noch nicht verkündet.

Was das praktisch bedeutet · meine Einordnung

Die bisher vorgesehenen Abschläge nicht mehr ohne Hinweis als sicheren Planungsstand darstellen. Für die konkrete Kalkulation sind die endgültige Gesetzesfassung und die daran angepassten Vergütungsbeschlüsse zu prüfen.

Die beschlossene Korrektur ist noch kein Nachweis ihres Inkrafttretens. Andere Regeln zur Festsetzung und Verteilung der Gesamtvergütung sind davon zu unterscheiden.

GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz: Bundesgesetzblatt 2026 I Nr. 228 ↗
BA 848: Anpassung der Hausarzt- und Kinderarzt-MGV ↗
Bundestagsbeschluss: Ausnahme für ambulante Operationen ↗
KBV: Bundestagsbeschluss zu OP-Vergütung und Spargesetz ↗

Fundstelle: § 87a Abs. 3b/3c SGB V; PDF-Seiten 13–16; BA 848, Teile A, B und D; Korrektur: Drucksache 21/8629, Änderungen zu § 87a; KBV-Meldung vom 15. Oktober.

Diesen Punkt verlinken ↗
Beschlossen · Start steht festWeitere Ziffern für Beratung und Kurzzeittherapie entfallenOrganspendeberatung und bestimmte Zuschläge der Psychotherapie sind betroffen.1. Januar 2027

Was konkret geregelt ist

BA 848 streicht GOP 01480 für die Organspendeberatung und die Kurzzeittherapie-Zuschläge GOP 35591 sowie 35593 bis 35599.

Was das praktisch bedeutet · meine Einordnung

Betroffene Praxen sollten diese Erlösarten und ihre Vorlagen gesondert überprüfen.

Die Streichung bestimmter Zuschläge bedeutet nicht, dass sämtliche psychotherapeutischen Leistungen oder Zuschläge entfallen.

BA 848: TSVG, Organspendeberatung und Kurzzeittherapie ↗

Fundstelle: BA 848 vom 25. August 2026, PDF-Seiten 2–3

Diesen Punkt verlinken ↗
Auftrag beschlossen · Ergebnis offenKatarakt-OPs: Finanzierung verbessert, Vergütungshöhe bleibt offenExtrabudgetäre Vergütung soll erhalten bleiben. Der Auftrag zur Absenkung der Kataraktbewertung besteht fort; 20–40 Prozent sind kein beschlossener Kürzungssatz.Prüffrist: 31. März 2027

Was konkret geregelt ist

Der Bundestag hat am 15. Oktober eine Ausnahme für die extrabudgetäre Vergütung ambulanter Operationen einschließlich Begleitleistungen beschlossen. Erfasst ist auch die Katarakt-OP nach GOP 31351. Unabhängig davon bleibt der Auftrag bestehen, die Bewertung der Phakoemulsifikation bis 31. März 2027 zu überprüfen und die Höhe der Absenkung festzulegen. Der Prüfauftrag zu technischen Leistungsanteilen anderer Fachgebiete ist gesondert zu betrachten.

Was das praktisch bedeutet · meine Einordnung

Der vorgesehene Erhalt der extrabudgetären Vergütung ist eine wichtige Verbesserung für die Planung von Personal, OP-Kapazitäten und Investitionen. Zusätzliche medizinisch notwendige Kataraktoperationen würden damit weiter außerhalb des gedeckelten Gesamtbudgets bezahlt. Wie hoch die Vergütung je Eingriff ausfällt, ist eine andere Frage.

Die Oktober-Korrektur ist vom Bundestag beschlossen, aber noch nicht verkündet. Extrabudgetär bedeutet keine Garantie eines unveränderten Preises je OP. Die mögliche Spanne von 20–40 Prozent stammt aus der Begründung, nicht aus einem festgelegten neuen Tarif. Die KBV nennt den 1. Juli 2027 als Umsetzungstermin für die Neubewertung.

GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz: Bundesgesetzblatt 2026 I Nr. 228 ↗
Ausschussbericht 21/7016: Begründung zur Katarakt- und Technikvergütung ↗
KBV: Umsetzung des Beitragssatzstabilisierungsgesetzes ↗
Bundestagsbeschluss: Ausnahme für ambulante Operationen ↗
KBV: Bundestagsbeschluss zu OP-Vergütung und Spargesetz ↗
BA 788: Abgrenzung von OP-Leistungen und IVOM ↗

Fundstelle: Gesetz: § 87 Abs. 2a SGB V, Artikel 1 Nr. 31b, PDF-Seite 11. Begründung: Drucksache 21/7016, PDF-Seite 193. Oktober-Korrektur: Drucksache 21/8629, Seiten 46–47 und 147; BA 788, Nr. 2 Ziffer 4.

Vertiefung · Quellen und Einordnung

Was feststeht – und was noch verhandelt wird

Der Bewertungsausschuss, in dem KBV und Krankenkassen die vertragsärztliche Vergütung regeln, muss die Bewertungen überprüfen und erforderliche Änderungen durch einen EBM-Beschluss umsetzen. EBM bedeutet Einheitlicher Bewertungsmaßstab; eine GOP ist die darin enthaltene Gebührenordnungsposition.

Budgetierung und Bewertung haben unterschiedliche Verfahrensstände
EbeneGezielt geprüft am 21. Oktober 2026
Geltendes GesetzÜberprüfung der Leistungen im Rahmen der Phakoemulsifikation bis 31. März 2027. Keine Prozentzahl im Gesetzestext.
Bundestagsbeschluss vom 15. OktoberAmbulante Operationen einschließlich Katarakt und Begleitleistungen sollen extrabudgetär bleiben. Bundesratsbefassung und Verkündung stehen aus.
Parlamentarische Begründung20–40 % als mögliche Absenkung der zugehörigen Bewertungen. Das beschreibt die politische Erwartung, noch keinen neuen Tarif.
Forderungen im VerfahrenVerbände und Kommission haben eigene Vorschläge vorgelegt. Diese sind gesondert zu kennzeichnen.
Konkreter EBM-BeschlussIn den geprüften Registern von KBV und Institut des Bewertungsausschusses ist eine entsprechende Umsetzung mit neuen GOP-Bewertungen noch nicht nachgewiesen.

GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz: Bundesgesetzblatt 2026 I Nr. 228 ↗
Ausschussbericht 21/7016: Begründung zur Katarakt- und Technikvergütung ↗
Institut des Bewertungsausschusses: Beschlussregister ↗
Bundestagsbeschluss: Ausnahme für ambulante Operationen ↗
KBV: Bundestagsbeschluss zu OP-Vergütung und Spargesetz ↗

Gesetz: PDF-Seite 11. Ausschussbericht 21/7016: Seite 193. Oktober-Korrektur 21/8629: Seiten 46–47 und 147. Register am 21. Oktober 2026 gezielt auf Kataraktneubewertungen geprüft.

Vertiefung · Quellen und Einordnung

Warum die Kataraktvergütung überprüft werden soll

Die Ausschussbegründung verweist auf technischen Fortschritt und kürzere Operationszeiten: Studien und Expertenschätzungen deuteten auf Schnitt-Naht-Zeiten unter 20 Minuten hin. Daraus leitet sie den Überprüfungsbedarf ab. Das ist die Begründung des Gesetzgebers, keine Messung der Kosten Ihrer Praxis.

Die FinanzKommission Gesundheit empfiehlt ebenfalls die Prüfung einer Absenkung um 20–40 %. Ihre Modellrechnung unterstellt 30 %: rund 150 Millionen Euro Einsparung bei ganzjähriger Wirkung 2027, davon wegen erwarteter Umsetzung zur Jahresmitte nur 75 Millionen Euro im Jahr 2027. Die Kommission hält auch eine Verringerung des operativen Versorgungsangebots grundsätzlich für möglich. Diese Modellannahmen belegen weder einen beschlossenen Satz noch bereits erzielte Einsparungen.

Ausschussbericht 21/7016: Begründung zur Katarakt- und Technikvergütung ↗
FinanzKommission Gesundheit: Empfehlung 18 zur Kataraktvergütung ↗

Ausschussbericht: PDF-Seite 193. FinanzKommission: Empfehlung 18, PDF-Seiten 159–161.

Vertiefung · Quellen und Einordnung

Welche Leistungen umfasst das Beispiel einer Katarakt-OP?

Als Beispiel dient OPS 5-144.5a: Phakoemulsifikation über einen kornealen Zugang mit einer kapselfixierten monofokalen Hinterkammerlinse. Der EBM 4/2026 ordnet diesem Eingriff die folgenden ambulanten Leistungen zu.

Das ist eine Zuordnung des hier verwendeten EBM 4/2026, keine Liste künftig gekürzter Ziffern. Die Positionen sind nicht automatisch zusammen abrechenbar; Voraussetzungen, Ausschlüsse und die tatsächlich erbrachten Leistungen bleiben maßgeblich. Andere Verfahren und die belegärztliche Versorgung haben abweichende Zuordnungen.

Beispiel einer ambulanten Leistungskette · EBM 4/2026
BestandteilZugeordnete GOP
Operation, Kategorie X231351
Postoperative Überwachung31503
Nachbehandlung durch einen anderen Arzt auf Überweisung31718
Nachbehandlung durch den Operateur31719
Anästhesie31841

EBM 4/2026: GOP 31351 und Zuordnung zur Phakoemulsifikation ↗

EBM 4/2026, Anhang 2, PDF-Seite 1186; Bewertung der GOP 31351 auf PDF-Seite 686.

Rechenbeispiel · keine beschlossene Vergütung

Was 20, 30 oder 40 Prozent rechnerisch bedeuten würden

Die GOP 31351 ist im EBM 4/2026 mit 3.754 Punkten beziehungsweise 478,27 Euro bewertet. Für einen vergleichbaren Blick auf 2027 rechnen wir mit unveränderten 3.754 Punkten und dem separat beschlossenen Orientierungswert von 13,0207 Cent. Daraus ergeben sich zunächst 488,80 Euro.

Die folgenden Varianten sind ausschließlich Rechenszenarien für diese eine OP-Ziffer. Sie unterstellen eine entsprechende Kürzung ihrer Punktzahl. Sie sind weder angekündigte neue Preise noch eine Prognose des ausgezahlten Honorars.

Modell für 2027 · nur GOP 31351, keine Auszahlungsprognose
Annahme zur PunktzahlRechnerischer Betrag
Unverändert · Vergleichsbasis488,80 €
20 % weniger · Szenario391,04 €
30 % weniger · Szenario342,16 €
40 % weniger · Szenario293,28 €
  • Bei 30 % beträgt die Differenz zur ungekürzten 2027er Vergleichsbasis rechnerisch 146,64 Euro je abgerechneter OP-Ziffer. Bei 1.000 solchen Leistungen wären das rund 146.600 Euro vor weiteren Effekten.
  • Anästhesie, Nachbehandlung, Überwachung sowie gegebenenfalls gesonderte Materialvergütung sind hier nicht mitgerechnet. Das Beispiel beschreibt daher kein vollständiges OP-Paket.
  • Kosten werden durch eine Vergütungsänderung nicht automatisch geringer. Ein Erlösrückgang ist deshalb nicht mit demselben prozentualen Rückgang des Betriebsergebnisses gleichzusetzen.

EBM 4/2026: GOP 31351 und Zuordnung zur Phakoemulsifikation ↗
BA 853: Orientierungswert für das Jahr 2027 ↗

EBM: PDF-Seite 686. BA 853: PDF-Seite 2. Formel: 3.754 × 0,130207 Euro × (1 − angenommene Absenkung), auf Cent gerundet.

Meine Einordnung · Aljoscha Nickel

Warum der Erhalt der extrabudgetären Vergütung wichtig ist

Ich halte die vom Bundestag beschlossene Korrektur für richtig. Medizinisch notwendige zusätzliche Operationen brauchen eine Finanzierung, die mit der erbrachten Leistung mitgeht. Wer ambulante Versorgung ausbauen soll, muss Personal beschäftigen, OP-Kapazitäten vorhalten und in Technik investieren können.

Mit dem vorgesehenen Erhalt der extrabudgetären Vergütung würde für Kataraktoperationen das zusätzliche Risiko einer Überführung ins gedeckelte Gesamtbudget entfallen. Das verbessert die Grundlage für die Planung. Es ist aber keine Zusage, dass der Erlös je Operation unverändert bleibt: Der Auftrag zur Absenkung der Kataraktbewertung besteht fort.

Für die Kalkulation würde ich deshalb die mögliche neue Bewertung der einzelnen Leistung von ihrer Finanzierung außerhalb des Gesamtbudgets trennen. Einen vermuteten Budgetabschlag zusätzlich auf die Szenarien von 20–40 Prozent aufzuschlagen, bildet den nun beschlossenen Weg für Kataraktoperationen nicht sinnvoll ab. Bis zur Verkündung bleibt der geänderte Rechtsrahmen als noch ausstehender Verfahrensschritt zu kennzeichnen.

Bundestagsbeschluss: Ausnahme für ambulante Operationen ↗
KBV: Bundestagsbeschluss zu OP-Vergütung und Spargesetz ↗
GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz: Bundesgesetzblatt 2026 I Nr. 228 ↗

Drucksache 21/8629, § 87d Abs. 1 Nr. 8, Seiten 46–47 und Begründung Seite 147; persönliche Einordnung auf Grundlage des Bundestagsbeschlusses.

Vertiefung · Quellen und Einordnung

Betrifft das auch IVOM und Linsenmaterial?

Die Ausnahme für ambulante Operationen darf nicht pauschal auf intravitreale Medikamentengaben (IVOM) übertragen werden. Die in Bezug genommene BA-Empfehlung führt das ambulante Operieren unter Nr. 2 Ziffer 4; IVOM-GOP 31371 bis 31373 sind dort ausdrücklich ausgenommen und unter Ziffer 22 gesondert aufgeführt. Für GOP 31371 und 31372 ist der Erhalt der extrabudgetären Vergütung damit hier noch nicht abschließend bestätigt.

Der GKV-Spitzenverband forderte in seiner Stellungnahme vom 16. Juni 2026 eine Absenkung um 40 % auch für intravitreale Medikamentengaben (IVOM), Kataraktleistungen und zugehörige Anästhesie. Zusätzlich schlug er eine Sachkostenpauschale für Intraokularlinsen und Verbrauchsmaterial vor, jeweils mit Wirkung ab Januar 2027.

Das ist die Position des Kassenverbands im Verfahren. Der hier betrachtete gesetzliche Überprüfungsauftrag nennt Phakoemulsifikation. Aus ihm folgt weder eine bereits beschlossene 40-prozentige IVOM-Kürzung noch automatisch die geforderte neue Materialpauschale.

GKV-Spitzenverband: Stellungnahme zum Gesetzentwurf ↗
GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz: Bundesgesetzblatt 2026 I Nr. 228 ↗
Bundestagsbeschluss: Ausnahme für ambulante Operationen ↗
BA 788: Abgrenzung von OP-Leistungen und IVOM ↗

GKV-Spitzenverband: PDF-Seiten 211–212. Gesetz: PDF-Seite 11. Budgetabgrenzung: BA 788, Nr. 2 Ziffern 4 und 22, Seiten 2–3; Drucksache 21/8629, Seiten 46–47.

Vertiefung · Quellen und Einordnung

Radiologie, Strahlentherapie und Nuklearmedizin: eine andere Bezugsgröße

Für diese Fachgebiete nennt die Ausschussbegründung eine mögliche Absenkung um 20–30 % des technischen Leistungsanteils. Dieser bildet unter anderem Personal-, Raum- und Gerätekosten ab. Die Spanne bezieht sich auf diesen Anteil, nicht pauschal auf die gesamte Vergütung oder den Umsatz der Fachgruppe. Auch hier fehlen im geprüften Stand konkrete neue Bewertungen.

Ausschussbericht 21/7016: Begründung zur Katarakt- und Technikvergütung ↗
GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz: Bundesgesetzblatt 2026 I Nr. 228 ↗
Institut des Bewertungsausschusses: Beschlussregister ↗

Ausschussbericht: PDF-Seite 193. Gesetz: PDF-Seite 11.

Meine Einordnung · Aljoscha Nickel

Was ich als Praxis oder MVZ jetzt vorbereiten würde

Eine schnellere Operation kann Effizienzgewinne ermöglichen. Sie beweist für sich allein aber nicht, dass die Kosten des gesamten Behandlungswegs im selben Verhältnis gefallen sind. Für eine tragfähige Bewertung gehören Vorbereitung, Team, Sterilgut, Geräte, Überwachung, Nachsorge und die Versorgung aufwendiger Fälle zusammen.

  • Erlöse aufteilen: Katarakt, IVOM und weitere Eingriffe getrennt auswerten; EBM, besondere Verträge und privatärztliche Vergütung nicht in einen gemeinsamen Abschlag rechnen.
  • Leistungskette kalkulieren: tatsächliche Erlöse und Kosten je Eingriff ermitteln, einschließlich OP-Team, Material, Raum, Wartung und Nachbetreuung. Fixe und fallabhängige Kosten getrennt ausweisen.
  • Drei Szenarien rechnen: 20, 30 und 40 % ausschließlich auf die jeweils unterstellten betroffenen Leistungen anwenden. Patientenzahl, Kosten und Beginn der Wirkung offen als Annahmen dokumentieren.
  • Investitionen und Verträge prüfen: Auslastungsschwelle, Liquiditätsreserve, Leasing und Zusammenarbeit mit Anästhesie und Nachbehandlern auf diese Szenarien beziehen. Zusätzliche Eingriffe nur nach medizinischem Bedarf planen.
  • Nächste Schritte gezielt prüfen: Bundesratsbefassung und Verkündung der OP-Ausnahme sowie neue GOP-Bewertungen, Wirksamkeitsdatum und Übergänge. IVOM gesondert verfolgen. Erst konkrete Regeln tragen eine belastbare Abrechnungsplanung.

GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz: Bundesgesetzblatt 2026 I Nr. 228 ↗
KBV: Umsetzung des Beitragssatzstabilisierungsgesetzes ↗

Gesetzliche Prüffrist: 31. März 2027. Von der KBV genannter Umsetzungstermin: 1. Juli 2027. Die folgenden Schritte sind Empfehlungen.

Diesen Punkt verlinken ↗
Prüfstand · Zuordnung offenIVOM: Die Katarakt-Ausnahme lässt sich nicht automatisch übertragenDie BA-Empfehlung behandelt intravitreale Medikamenteneingaben außerhalb der OP-Gruppe.Vergütung ab 2027 gesondert zu klären

Was konkret geregelt ist

Der Bundestagsbeschluss knüpft die OP-Ausnahme an die zum 1. Januar 2026 empfohlene Abgrenzung. BA 788 führt ambulantes Operieren unter Nr. 2 Ziffer 4 und nimmt GOP 31371 bis 31373 dort ausdrücklich aus. IVOM-Leistungen einschließlich GOP 06334 und 06335 stehen gesondert unter Ziffer 22.

Was das praktisch bedeutet · meine Einordnung

Katarakt und IVOM mit eigenen Erlös- und Kapazitätsannahmen planen. Für IVOM sind die endgültige Gesetzesfassung, Umsetzungsbeschlüsse sowie einschlägige regionale und besondere Verträge getrennt abzugleichen.

Damit ist hier keine allgemeine Fortführung der extrabudgetären IVOM-Vergütung ab 2027 bestätigt. Die gesonderte Einordnung allein beziffert aber auch keinen konkreten Honorarverlust einer Praxis. Die Anwendung auf einzelne Verträge ist nicht geprüft.

Bundestagsbeschluss: Ausnahme für ambulante Operationen ↗
BA 788: Abgrenzung von OP-Leistungen und IVOM ↗

Fundstelle: Drucksache 21/8629, § 87d Abs. 1 Nr. 8, Seiten 46–47; BA 788, Nr. 2 Ziffer 4 auf Seite 2 und Ziffer 22 auf Seite 3.

Diesen Punkt verlinken ↗
Auftrag beschlossen · Ergebnis offenZweitmeinung kann Voraussetzung für die Vergütung werdenFür ausgewählte planbare Eingriffe soll ein Nachweis vor der Operation nötig werden.Erste Auswahl durch den G-BA bis 31. März 2027

Was konkret geregelt ist

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) bestimmt erstmals mindestens einen und danach jährlich mindestens zwei weitere Eingriffe, bei denen eine vorab eingeholte Zweitmeinung Voraussetzung für die Vergütung ist. Er regelt auch den Nachweis. Bei verpflichtenden Verfahren muss die Aufklärung mündlich und in der Regel mindestens 15 Arbeitstage vor dem Eingriff erfolgen. Sie umfasst auch den Hinweis auf die Kostentragung durch den Versicherten bei fehlendem Zweitmeinungsnachweis. Ergänzend sind Informationen zum Eingriff und zu Alternativen in Textform auszuhändigen; der G-BA konkretisiert die Inhalte.

Was das praktisch bedeutet · meine Einordnung

Für künftig ausgewählte Eingriffe Aufklärungstermin, Informationsmaterial, Zweitmeinung und dokumentierten Nachweis vor der OP miteinander abstimmen. Die medizinische Indikation allein ersetzt den vorgesehenen Nachweis für den Vergütungsanspruch nicht.

Das gilt nicht automatisch für jede Operation. Aus dem Gesetz allein folgt insbesondere keine allgemeine Zweitmeinungspflicht vor jeder Kataraktoperation. Die konkrete Auswahl ist in dieser Quellenprüfung noch nicht belegt.

GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz: Bundesgesetzblatt 2026 I Nr. 228 ↗
G-BA: Gesetzesaufträge des Beitragssatzstabilisierungsgesetzes ↗

Fundstelle: § 27b Abs. 3 und 6 SGB V; Artikel 1 Nr. 10, PDF-Seiten 3–4; G-BA, Gesetzesaufträge: Zweitmeinung und neue Informationspflichten.

Diesen Punkt verlinken ↗
Beschlossen · Start steht festOrientierungswert 2027: 13,0207 Cent je PunktDer Punktwert steigt um rund 2,2 Prozent gegenüber 2026.1. Januar 2027 · separater Honorarbeschluss

Was konkret geregelt ist

BA 853 hat am 23. September den Orientierungswert für 2027 auf 13,0207 Cent festgelegt. 2026 beträgt er 12,7404 Cent. Der Wert dient als Grundlage der regionalen Euro-Gebührenordnungen.

Was das praktisch bedeutet · meine Einordnung

Den höheren Punktwert gemeinsam mit wegfallenden Zuschlägen, veränderter Budgetzuordnung und dem eigenen Leistungsumfang rechnen.

Das ist ein zusätzlicher Honorarbeschluss im Umfeld der Umsetzung, kein im Gesetz festgeschriebener Geldbetrag. 2,2 Prozent mehr je Punkt bedeuten nicht automatisch 2,2 Prozent mehr Praxisumsatz.

BA 853: Orientierungswert für das Jahr 2027 ↗

Fundstelle: BA 853 vom 23. September 2026, PDF-Seite 2

Diesen Punkt verlinken ↗
7 konkrete Punkte

Was Versicherte und Arbeitgeber betrifft

Das Gesetz greift auch bei Beiträgen, Eigenbeteiligungen und Beschäftigung. Die folgenden Beträge und Termine sind getrennt zu betrachten.

Kabinett beschlossen · Zustimmung offenBeitragsbemessungsgrenze 2027: Kabinett nennt 76.500 EuroBeschlossen im Kabinett: 6.375 Euro monatlich. Die Zustimmung des Bundesrates zur Verordnung steht noch aus.Für das Jahr 2027

Was konkret geregelt ist

Die Beitragsbemessungsgrenze bestimmt, bis zu welchem Einkommen GKV-Beiträge berechnet werden. Für 2027 sieht § 223 Abs. 4 eine zusätzliche Anhebung um 3.600 Euro jährlich vor, entsprechend 300 Euro monatlich. Auch die allgemeine Versicherungspflichtgrenze wird zusätzlich angehoben; für bestimmte bereits privat versicherte Beschäftigte bestehen Übergangsregeln. Der Kabinettsbeschluss zur Rechengrößen-Verordnung vom 7. Oktober nennt insgesamt 76.500 Euro jährlich beziehungsweise 6.375 Euro monatlich. Die allgemeine Jahresarbeitsentgeltgrenze nach § 6 Abs. 6 wird mit 84.150 Euro angegeben.

Was das praktisch bedeutet · meine Einordnung

Bei höheren Gehältern kann die Beitragsbelastung für Beschäftigte und Arbeitgeber steigen. Die endgültigen Rechengrößen und den kassenindividuellen Zusatzbeitrag in der Lohnplanung verwenden.

Die zusätzliche Bemessungsgrundlage ist kein gleich hoher zusätzlicher Beitrag. Die gesetzlichen Anpassungsvorgaben stehen fest; die genannten Gesamtwerte stammen aus der noch zustimmungsbedürftigen Verordnung. Beitragsbemessungsgrenze und Versicherungspflichtgrenze erfüllen unterschiedliche Aufgaben.

GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz: Bundesgesetzblatt 2026 I Nr. 228 ↗
Sozialversicherungsrechengrößen 2027: Kabinettsbeschluss ↗

Fundstelle: § 6 Abs. 6–8 und § 223 Abs. 4 SGB V; PDF-Seiten 2 und 29; BMAS vom 7. Oktober 2026, Tabelle und Hinweis auf Bundesratszustimmung.

Diesen Punkt verlinken ↗
Beschlossen · Start steht festZusatzbeitrag 2027: Durchschnitt auf 2,9 Prozent festgelegtDas BMG hat den durchschnittlichen Zusatzbeitrag festgelegt; den tatsächlich erhobenen Satz bestimmt jede Krankenkasse selbst.Festgelegt am 30. Oktober 2026 für das Jahr 2027

Was konkret geregelt ist

Das BMG hat am 30. Oktober 2026 den durchschnittlichen Zusatzbeitragssatz für 2027 auf 2,9 Prozent festgelegt. Grundlage ist die Schätzung vom 14. Oktober. Über ihren jeweiligen Zusatzbeitrag entscheiden die Krankenkassen selbst.

Was das praktisch bedeutet · meine Einordnung

Für die Lohnplanung den tatsächlichen Zusatzbeitrag der jeweiligen Krankenkasse verwenden. Bei Einkommen oberhalb der bisherigen Beitragsbemessungsgrenze kann der Euro-Beitrag trotz gleichem Prozentsatz steigen.

Die Festlegung des Durchschnitts ist keine Beitragsgarantie für jede Krankenkasse und kein Nachweis bereits erzielter Einsparungen. Beitragssatz und beitragspflichtiges Einkommen bestimmen gemeinsam den Euro-Beitrag.

BMG legt durchschnittlichen Zusatzbeitrag 2027 auf 2,9 Prozent fest ↗
GKV-Schätzerkreis: Prognose für 2026 und 2027 ↗

Fundstelle: BMG-Mitteilung vom 30. Oktober 2026: Festlegung auf 2,9 Prozent und gesonderte Entscheidung der Krankenkassen.

Diesen Punkt verlinken ↗
Beschlossen · Start steht festGewerbliche Minijobs werden bei der GKV teurerDer Arbeitgeberbeitrag wird an den allgemeinen und den durchschnittlichen Zusatzbeitrag gekoppelt.1. Januar 2027

Was konkret geregelt ist

Für gesetzlich versicherte, in dieser geringfügigen Beschäftigung versicherungsfreie oder nicht versicherungspflichtige Beschäftigte ersetzt § 249b Satz 1 den bisherigen Pauschalbeitrag durch den allgemeinen GKV-Beitragssatz zuzüglich des durchschnittlichen Zusatzbeitragssatzes.

Was das praktisch bedeutet · meine Einordnung

Die Arbeitgeberkosten entsprechender Minijobs neu kalkulieren. Die Versicherungssituation der einzelnen Beschäftigten berücksichtigen.

Hier geht es um gewerbliche Minijobs und die Krankenversicherung; nicht um eine pauschale Aussage zu allen Beschäftigten oder sämtlichen Lohnnebenkosten.

GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz: Bundesgesetzblatt 2026 I Nr. 228 ↗

Fundstelle: § 249b Satz 1 SGB V; Artikel 1 Nr. 64, PDF-Seite 30; Artikel 8 Abs. 2

Diesen Punkt verlinken ↗
Beschlossen · Start steht festGesetzliche Zuzahlungen steigenDie allgemeinen Mindest- und Höchstbeträge steigen auf 7,50 und 15 Euro.1. Januar 2027

Was konkret geregelt ist

§ 61 sieht grundsätzlich 10 Prozent des Abgabepreises vor, mindestens 7,50 Euro und höchstens 15 Euro, begrenzt durch die tatsächlichen Kosten. Bei stationären Maßnahmen sind es 15 Euro je Kalendertag. Bei Heilmitteln und häuslicher Krankenpflege sind 10 Prozent der Kosten plus 15 Euro je Verordnung vorgesehen.

Was das praktisch bedeutet · meine Einordnung

Patienteninformationen, Auskünfte und gegebenenfalls Einzugsprozesse zum Jahreswechsel anpassen.

Das sind keine neuen pauschalen Gebühren für jeden Arztbesuch. Ob im Einzelfall eine Zuzahlung anfällt, hängt von der Leistung und den jeweils geltenden Befreiungs- und Begrenzungsregeln ab.

GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz: Bundesgesetzblatt 2026 I Nr. 228 ↗

Fundstelle: § 61 SGB V; Artikel 1 Nr. 23, PDF-Seite 10; Artikel 8 Abs. 2

Diesen Punkt verlinken ↗
Beschlossen · Start steht festFestzuschüsse für Zahnersatz werden abgesenktDie Regelversorgung erhält grundsätzlich 50 Prozent Zuschuss; mit Bonus 60 oder 65 Prozent.1. Januar 2027

Was konkret geregelt ist

§ 55 legt den Grundzuschuss auf 50 Prozent der festgesetzten Beträge der Regelversorgung fest. Bei erfüllten Bonusvoraussetzungen sind 60 beziehungsweise 65 Prozent vorgesehen. Für unzumutbare Belastung enthält das Gesetz eine ergänzende Härtefallregelung.

Was das praktisch bedeutet · meine Einordnung

Bei Heil- und Kostenplänen sowie Patienteninformationen die neuen Zuschüsse und die persönlichen Voraussetzungen berücksichtigen.

Die Prozentwerte beziehen sich auf die festgesetzte Regelversorgung, nicht automatisch auf jede tatsächlich gewählte, teurere Versorgung.

GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz: Bundesgesetzblatt 2026 I Nr. 228 ↗

Fundstelle: § 55 Abs. 1 und 2 SGB V; Artikel 1 Nr. 22, PDF-Seiten 9–10; Artikel 8 Abs. 2

Diesen Punkt verlinken ↗
Beschlossen · Start steht festZuschlag für bestimmte mitversicherte PartnerFür familienversicherte Ehe- oder Lebenspartner sind 2,5 GKV-Prozentpunkte vorgesehen – mit Ausnahmen.Grundsätzlich ab 1. Januar 2028

Was konkret geregelt ist

Der neue § 242b sieht einen Zuschlag von 2,5 Prozentpunkten vor, den das Mitglied allein trägt. Ausnahmen betreffen unter anderem Kinder unter zwölf Jahren im Haushalt des mitversicherten Partners, bestimmte Pflegekonstellationen, das Erreichen der Regelaltersgrenze sowie näher bestimmte Behinderungen oder Erwerbsminderung.

Was das praktisch bedeutet · meine Einordnung

Betroffene Haushalte sollten ihre Voraussetzungen und Nachweise mit der Krankenkasse klären. Arbeitgeber müssen die spätere Datenübermittlung und Abführung in der Entgeltabrechnung berücksichtigen.

Das ist keine allgemeine Abschaffung der Familienversicherung für Kinder. Die Ausnahmetatbestände sind im Gesetz genauer gefasst als diese Auswahl. Für bestimmte Renten und Versorgungsbezüge beginnt die Erhebung erst nach dem 30. Juni 2028.

GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz: Bundesgesetzblatt 2026 I Nr. 228 ↗

Fundstelle: § 242b SGB V; Artikel 1 Nr. 63, PDF-Seite 30; Artikel 8 Abs. 3

Diesen Punkt verlinken ↗
Beschlossen · Start steht festTeilarbeitsunfähigkeit wird möglichÄrztliche Feststellung, Einwilligung der versicherten Person und Zustimmung des Arbeitgebers sind nötig.1. Januar 2028

Was konkret geregelt ist

Bei voraussichtlich mehr als vier Wochen Arbeitsunfähigkeit kann eine Teilarbeitsunfähigkeit von 25, 50 oder 75 Prozent festgestellt werden. Bei teilweiser Arbeit sind anteiliges Arbeitsentgelt und teilweises Krankengeld vorgesehen. Der Arbeitgeber muss auf die Anzeige grundsätzlich innerhalb von sieben Kalendertagen reagieren.

Was das praktisch bedeutet · meine Einordnung

Für Praxen als Arbeitgeber und als behandelnde Einrichtungen werden abgestimmte medizinische, personelle und abrechnerische Abläufe erforderlich.

Die Regelung beginnt 2028, nicht schon 2027. Sie verpflichtet Erkrankte nicht gegen ihren Willen zur Arbeit. Bei Ablehnung oder ausbleibender fristgerechter Zustimmung des Arbeitgebers wird die Feststellung als vollständige Arbeitsunfähigkeit behandelt.

GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz: Bundesgesetzblatt 2026 I Nr. 228 ↗

Fundstelle: §§ 44 Abs. 1a und 44c SGB V; PDF-Seiten 7–8; Artikel 8 Abs. 3

Diesen Punkt verlinken ↗
3 konkrete Punkte

Weitere wichtige Regeln des Gesetzes

Eine Auswahl über den Praxisbetrieb hinaus. Das Gesetz enthält weitere Vorschriften, unter anderem für Krankenhäuser, Hilfsmittel, Krankenkassen und Bundesfinanzierung.

Rechtsrahmen giltDer Anstieg vieler Vergütungen wird begrenztDie maßgebliche Veränderungsrate wird zeitweise um einen Prozentpunkt gemindert.Rechtsrahmen in Kraft; besondere Begrenzung 2027–2029

Was konkret geregelt ist

§ 71 bindet Vergütungsvereinbarungen an die Entwicklung der beitragspflichtigen Einnahmen. Für die Jahre 2027, 2028 und 2029 wird die dort ermittelte Veränderung je Mitglied um einen Prozentpunkt reduziert. Weitere Vorschriften knüpfen daran an.

Was das praktisch bedeutet · meine Einordnung

Bei Vertrags- und Budgetplanung prüfen, welche Vereinbarung tatsächlich unter die jeweilige Begrenzung fällt. Steigende Personal- und Sachkosten können dadurch schwerer auszugleichen sein.

Ein Prozentpunkt weniger zulässiger Zuwachs ist nicht gleichbedeutend mit einem pauschalen Preisabschlag von einem Prozent auf jede Leistung. Ausnahmen und bereichsspezifische Regeln bleiben entscheidend.

GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz: Bundesgesetzblatt 2026 I Nr. 228 ↗

Fundstelle: § 71 Abs. 3 SGB V; Artikel 1 Nr. 25, PDF-Seite 10

Diesen Punkt verlinken ↗
Auftrag beschlossen · Ergebnis offenGesundheits- und Hautkrebsscreening werden überprüftPrüfauftrag beschlossen; die künftige Ausgestaltung ist noch offen.G-BA-Beschluss bis 31. Dezember 2027

Was konkret geregelt ist

Der G-BA soll Gesundheitsuntersuchungen unter anderem auf Altersgrenzen, Zielgruppen, Häufigkeit und einen möglichen Schwerpunkt auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen überprüfen. Beim Hautkrebsscreening soll er risikobasierte Angebote und eine mögliche Änderung der Häufigkeit prüfen.

Was das praktisch bedeutet · meine Einordnung

Mögliche spätere Änderungen an Einladungen, Untersuchungsangeboten und Abrechnung beobachten.

Der Prüfauftrag schafft die bisherigen Untersuchungen nicht sofort ab. Eine konkrete neue Altersgrenze oder ein neues Intervall lässt sich daraus noch nicht ableiten.

GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz: Bundesgesetzblatt 2026 I Nr. 228 ↗

Fundstelle: § 25 Abs. 4 SGB V; Artikel 1 Nr. 9, PDF-Seite 2

Diesen Punkt verlinken ↗
Beschlossen · Start steht festZusätzlicher Herstellerabschlag auf bestimmte ArzneimittelFür erfasste Arzneimittel kommt ein Abschlag von 8,5 Prozent hinzu.1. Januar 2027

Was konkret geregelt ist

§ 130a Abs. 1b sieht einen zusätzlichen Abschlag von 8,5 Prozent des Herstellerabgabepreises ohne Mehrwertsteuer vor. Das Gesetz nennt zahlreiche Ausnahmen, unter anderem für bestimmte patentfreie, festbetragsgeregelte oder versorgungskritische Arzneimittel, und regelt mögliche Befreiungen.

Was das praktisch bedeutet · meine Einordnung

Für Unternehmen verändert sich die Erlösplanung betroffener Produkte. Praxen sollten ergänzende Vorgaben zur wirtschaftlichen Verordnung anhand konkreter Präparate und Vereinbarungen prüfen.

Das ist weder ein allgemeiner Rabatt auf jedes Arzneimittel noch automatisch eine entsprechende Senkung der Zuzahlung oder des ärztlichen Honorars.

GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz: Bundesgesetzblatt 2026 I Nr. 228 ↗

Fundstelle: § 130a Abs. 1b/1c SGB V; Artikel 1 Nr. 48, PDF-Seiten 21–22

Diesen Punkt verlinken ↗
Der Fahrplan

Welche Termine jetzt zählen.

  1. 30. Juli 2026

    Grundsätzliches Inkrafttreten

    Das Gesetz ist verkündet; die ausdrücklich abweichenden Starttermine gelten je Einzelregelung.

    GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz: Bundesgesetzblatt 2026 I Nr. 228 ↗

  2. 25. August / 23. September 2026
  3. 7. / 14. Oktober 2026

    Neue Planungswerte für Sozialabgaben

    Kabinettsbeschluss zu den Rechengrößen 2027 und Prognose des GKV-Schätzerkreises. Zustimmungsbedürftige Verordnung, amtlicher Zusatzbeitrag und kassenindividuelle Sätze bleiben zu unterscheiden.

    Sozialversicherungsrechengrößen 2027: Kabinettsbeschluss ↗
    GKV-Schätzerkreis: Prognose für 2026 und 2027 ↗

  4. 15. Oktober 2026

    Bundestag beschließt Erhalt der extrabudgetären OP-Vergütung

    Die Korrektur am Spargesetz wurde mit der Notfallreform angenommen. Sie umfasst ambulante Operationen einschließlich Begleitleistungen; der Katarakt-Prüfauftrag bleibt davon getrennt.

    Bundestagsbeschluss: Ausnahme für ambulante Operationen ↗
    KBV: Bundestagsbeschluss zu OP-Vergütung und Spargesetz ↗

  5. 15. Februar / 31. März 2027

    Weitere Umsetzungsfristen

    Vorgaben zur Budgetrückführung und Honorarverteilung bis 15. Februar; Überprüfung bestimmter Leistungsbewertungen und erste Auswahl vergütungsrelevanter Zweitmeinungen bis 31. März.

    GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz: Bundesgesetzblatt 2026 I Nr. 228 ↗

  6. 30. Oktober 2026

    Durchschnittlicher Zusatzbeitrag 2027 festgelegt

    Das BMG legt den Durchschnitt auf 2,9 Prozent fest. Die zuvor angekündigte Bekanntgabe ist damit erfolgt; kassenindividuelle Beiträge sind gesondert abzugleichen.

    BMG legt durchschnittlichen Zusatzbeitrag 2027 auf 2,9 Prozent fest ↗

  7. Noch ausstehend

    Bundesratsbefassung und Verkündung der Oktober-Korrektur

    Der Bundestagsbeschluss ist noch kein geltendes Änderungsrecht. Die endgültige Fassung und der Beginn ihrer Wirkung sind nach Abschluss des Verfahrens nachzuführen.

    KBV: Bundestagsbeschluss zu OP-Vergütung und Spargesetz ↗

  8. 1. Januar 2027

    Der wesentliche wirtschaftliche Einschnitt

    Zuschläge und ePA-Pauschalen entfallen; neue Budgetzuordnung, Punktwert, Zuzahlungen und Beitragsregeln greifen.

    GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz: Bundesgesetzblatt 2026 I Nr. 228 ↗
    EBA 88: ePA-Vergütung und Übergang bis Ende 2026 ↗
    BA 853: Orientierungswert für das Jahr 2027 ↗

  9. 1. Juli 2027 · von der KBV genannt

    Umsetzung der Katarakt- und Technikneubewertung

    Dieser von der KBV kommunizierte Termin ist vom gesetzlichen Prüfauftrag bis 31. März zu unterscheiden. Welche Bewertungen tatsächlich ab wann gelten, muss der konkrete EBM-Beschluss zeigen.

    KBV: Umsetzung des Beitragssatzstabilisierungsgesetzes ↗
    GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz: Bundesgesetzblatt 2026 I Nr. 228 ↗

  10. 31. Dezember 2027

    Screening-Richtlinien überprüfen

    Gesetzliche Beschlussfrist für den G-BA zu Gesundheitsuntersuchungen und Hautkrebsscreening.

    GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz: Bundesgesetzblatt 2026 I Nr. 228 ↗

  11. 1. Januar 2028

    Weitere Änderungen für Versicherte

    Teilarbeitsunfähigkeit sowie grundsätzlich der GKV-Zuschlag für bestimmte familienversicherte Partner. Für einzelne Einkunftsarten gelten spätere Erhebungsfristen.

    GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz: Bundesgesetzblatt 2026 I Nr. 228 ↗

  12. 2027 / 1. Januar 2028 · noch nicht geltende Oktober-Änderung

    Hybrid-DRG sollen umgestellt und anschließend abgeschafft werden

    Zunächst ist für Fälle ohne Übernachtung das ambulante Vergütungsniveau vorgesehen; ab 2028 sollen Kurzzeitfallpauschalen für Krankenhäuser an die Stelle der Hybrid-DRG treten.

    Bundestagsbeschluss: Ausnahme für ambulante Operationen ↗
    KBV: Bundestagsbeschluss zu OP-Vergütung und Spargesetz ↗

Offene Umsetzung und Wirkung

Diese Fragen sind noch nicht beantwortet.

Welche Vergütung gilt künftig für Kataraktoperationen?

Die extrabudgetäre Finanzierung soll nach dem Bundestagsbeschluss erhalten bleiben; die Korrektur ist noch nicht verkündet. Offen bleiben die konkret abgesenkten GOP, ihre neuen Bewertungen und die verbindliche Umsetzung. Die KBV nennt den 1. Juli 2027. Eine neue Kataraktbewertung ist in den gezielt geprüften Registern noch nicht nachgewiesen.

Ausschussbericht 21/7016: Begründung zur Katarakt- und Technikvergütung ↗
KBV: Umsetzung des Beitragssatzstabilisierungsgesetzes ↗
Institut des Bewertungsausschusses: Beschlussregister ↗
Bundestagsbeschluss: Ausnahme für ambulante Operationen ↗
KBV: Bundestagsbeschluss zu OP-Vergütung und Spargesetz ↗

Gilt die OP-Ausnahme auch für IVOM?

BA 788 nimmt GOP 31371 bis 31373 aus der OP-Gruppe aus und führt IVOM gesondert. Eine allgemeine Fortführung der extrabudgetären Vergütung ab 2027 ist hier deshalb nicht bestätigt. Endgültige Gesetzesfassung, Umsetzung und einschlägige Verträge müssen zusammen geprüft werden.

Bundestagsbeschluss: Ausnahme für ambulante Operationen ↗
BA 788: Abgrenzung von OP-Leistungen und IVOM ↗

Welche Erlöse bleiben bei Hybrid-DRG-Eingriffen?

Die Umstellung auf ambulantes Vergütungsniveau 2027 und die Abschaffung ab 2028 sind im Oktober-Beschluss vorgesehen. Verbindliche Preise, Übergänge und Auswirkungen auf den eigenen Fallmix sind damit noch nicht beziffert.

Bundestagsbeschluss: Ausnahme für ambulante Operationen ↗
KBV: Bundestagsbeschluss zu OP-Vergütung und Spargesetz ↗

Wie viel verliert oder gewinnt eine einzelne Praxis?

Das lässt sich aus dem Gesetz allein nicht seriös berechnen. Dafür braucht es Leistungs- und Fallmix, bisherige Zuschläge, regionale Verteilungsregeln und die Umsetzung der Budgetanpassungen.

GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz: Bundesgesetzblatt 2026 I Nr. 228 ↗
BA 848: Anpassung der Hausarzt- und Kinderarzt-MGV ↗
BA 853: Orientierungswert für das Jahr 2027 ↗

Welche Eingriffe und Vorsorgeangebote werden verändert?

Für Zweitmeinungen und Screening stehen gesetzliche Aufträge und Fristen fest. Die konkrete Auswahl beziehungsweise Ausgestaltung durch den G-BA ist gesondert zu verfolgen.

GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz: Bundesgesetzblatt 2026 I Nr. 228 ↗

Werden die Beiträge dadurch tatsächlich stabil?

Der durchschnittliche Zusatzbeitrag 2027 ist vom BMG auf 2,9 Prozent festgelegt. Die tatsächlichen Sätze bestimmen die Krankenkassen. Ein unveränderter Durchschnitt garantiert weder jeder Kasse denselben Satz noch unveränderte Euro-Beiträge; auch die Beitragsbemessungsgrenze ist zu berücksichtigen.

BMG legt durchschnittlichen Zusatzbeitrag 2027 auf 2,9 Prozent fest ↗
Sozialversicherungsrechengrößen 2027: Kabinettsbeschluss ↗

Meine Einordnung · Aljoscha Nickel

Was ich jetzt im Praxisbetrieb vorbereiten würde.

Empfehlungen zur Vorbereitung; keine zusätzlichen gesetzlichen Pflichten.

  1. Erlöse 2026 aufteilen

    Terminvermittlungszuschläge, Hygienezuschläge und ePA-Ziffern getrennt erfassen. Die Erlöse der betroffenen Behandlungsfälle zusätzlich ausweisen, damit Zuschläge nicht doppelt als Verlust gerechnet werden.

  2. Budget 2027 mit konkreten Regeln rechnen

    Den neuen Punktwert berücksichtigen, Ziffernstreichungen von Budgetierungsfragen trennen und den vorgesehenen Erhalt der extrabudgetären Kataraktvergütung einordnen. Die Oktober-Korrektur bis zur Verkündung als noch nicht geltendes Änderungsrecht kennzeichnen; offene Neubewertungen als Szenarien rechnen. Hybrid-DRG und Psychotherapie-Ausnahmen getrennt berücksichtigen; für IVOM keine unbestätigte OP-Ausnahme unterstellen.

  3. Software und Team auf den Jahreswechsel vorbereiten

    Mit dem Praxissoftwareanbieter die EBM-Umstellung klären. Interne Abrechnungsvorlagen aktualisieren und die fortbestehenden Aufgaben bei ePA, Hygiene und Terminversorgung im Team besprechen. Neue Terminmeldevorgaben erst nach belegter Konkretisierung in feste Kontingente übersetzen. Für betroffene Zweitmeinungseingriffe Aufklärung und Nachweis vor dem OP-Termin organisieren.

  4. Personalkosten und Patienteninformationen prüfen

    Minijobs, höhere beitragspflichtige Einkommen und Informationen zu Eigenbeteiligungen getrennt bearbeiten. Die Regelungen ab 2028 mit ihren Voraussetzungen vormerken. Die Kabinettswerte zur Beitragsbemessungsgrenze als vorläufigen Planungsstand kennzeichnen und durch die endgültige Verordnung ersetzen.

  5. KV- und G-BA-Umsetzung nachhalten

    Regionale Honorarverteilung, Beschlüsse zu Kataraktoperationen, Zweitmeinungen und Screening verfolgen. Erst nach einer belegten Änderung die Planung und Patientenkommunikation anpassen.

Nachvollziehbar bleiben

Quellen und Prüfstand.

Grundlage ist die verkündete Gesetzesfassung vom Juli 2026. Der Bundestagsbeschluss vom 15. Oktober zur Korrektur der Vergütung wird getrennt als noch nicht verkündete Änderung dargestellt. Hinzu kommen Vergütungsbeschlüsse, EBM, Gesetzesbegründung und gekennzeichnete Empfehlungen beziehungsweise Verbandspositionen. Die Seite zeigt eine redaktionelle Auswahl mit Schwerpunkt auf ambulanter Versorgung und Beschäftigung, keine vollständige Kommentierung des Gesetzes.

Die Quellen und das Beschlussregister werden technisch auf Änderungen geprüft. Sichtbare Texte und Prüfdaten werden erst nach redaktioneller Prüfung aktualisiert. Technische Abrufe bestätigen keine Rechtsauslegung. So arbeitet der Reformradar →

Erstmals veröffentlicht: 27. September 2026. Zuletzt gezielt aktualisiert: 3. November 2026. Am 3. November gezielt aktualisiert: Festlegung des durchschnittlichen Zusatzbeitrags 2027. Die übrigen im Oktober gezielt geprüften Themen behalten ihren Prüfstand vom 21. Oktober; weitere hier dargestellte Regeln den vom 27. September 2026. Berücksichtigt sind außerdem die Beschlüsse vom 25. August, das Erratum vom 18. September und der Orientierungswert vom 23. September 2026.