GKV-Finanzierung
Verbesserung für ambulante OPs: Der Bundestag will ihre extrabudgetäre Vergütung erhalten. Die Höhe der Kataraktvergütung bleibt gesondert zu klären; die Änderung ist noch nicht verkündet.
Am 3. November gezielt aktualisiert: Festlegung des durchschnittlichen Zusatzbeitrags 2027. Die übrigen im Oktober gezielt geprüften Themen behalten ihren Prüfstand vom 21. Oktober; weitere hier dargestellte Regeln den vom 27. September 2026.
Der Bundestagsbeschluss vom 15. Oktober muss das weitere Gesetzgebungsverfahren durchlaufen. Erst die verkündete Fassung und ihre Inkrafttretensregeln belegen, ab wann die Korrekturen gelten.
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Zum Schwerpunkt: Maßnahmen, Termine und Folgen →
Was ändert sich konkret?
GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz
Das ursprüngliche Gesetz ist seit Juli 2026 verkündet und gilt gestaffelt. Am 15. Oktober hat der Bundestag Korrekturen beschlossen: Ambulante Operationen einschließlich Katarakt sollen weiter extrabudgetär vergütet werden. Bundesratsbefassung und Verkündung der Änderung stehen noch aus. Weitere Oktober-Änderungen betreffen Hybrid-DRG, Psychotherapie und Terminmeldepflichten; neue Planungswerte für Sozialabgaben liegen vor.
Bundesgesetzblatt ↗ · Deutscher Bundestag ↗ · Kassenärztliche Bundesvereinigung ↗Das geltende Gesetz vom Juli und der Änderungsbeschluss vom Oktober sind zu unterscheiden. Der vorgesehene Erhalt der extrabudgetären OP-Vergütung garantiert keine unveränderte Vergütungshöhe je Operation.
Die Änderungen im Einzelnen
Extrabudgetäre OP-Vergütung soll erhalten bleiben
- Ausgangspunkt
- Nach dem im Juli verkündeten Spargesetz drohte ab 2027 die Überführung bisher extrabudgetärer ambulanter OP-Leistungen ins gedeckelte Gesamtbudget.
- Regelung
- Der Bundestagsbeschluss vom 15. Oktober sieht eine Ausnahme für ambulante Operationen einschließlich Begleitleistungen vor. Dazu gehört die Katarakt-OP-Ziffer 31351; die Höhe ihrer Bewertung bleibt eine getrennte Frage.
- Ab wann?
- Bundestag beschlossen am 15. Oktober 2026; Bundesratsbefassung und Verkündung noch ausstehend.
- Wen betrifft es?
- Operative Praxen und MVZ; IVOM gesondert prüfen
Drucksache 21/8629, Seiten 46–47 und 147; BA 788, Nr. 2 Ziffern 4 und 22.
Zuschläge für vermittelte Termine entfallen
- Ausgangspunkt
- Für bestimmte über Hausarzt oder Terminservicestelle vermittelte Termine sind Zuschläge vorgesehen.
- Regelung
- Die bezeichneten Terminvermittlungszuschläge entfallen. Dazu liegen EBM-Beschlüsse vor: zum Beispiel GOP 06228 in der Augenheilkunde sowie GOP 03008, 03010, 04008 und 04010. EBM ist der Leistungskatalog der vertragsärztlichen Vergütung.
- Ab wann?
- Gesetzlich festgelegt: ab 1. Januar 2027.
- Wen betrifft es?
- Betroffene Haus- und Facharztpraxen sowie MVZ
Artikel 1 Nr. 31 Buchstaben c und d; PDF-Seiten 11–12
TSVG-Fälle wechseln ins Gesamtbudget
- Ausgangspunkt
- Bestimmte vermittelte Behandlungsfälle und offene Sprechstunden werden bisher außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung vergütet.
- Regelung
- Die im Gesetz aufgeführten Fälle werden ab 2027 aus diesem Gesamtbudget bezahlt. Das ist von der Streichung der Zuschläge zu unterscheiden. Der konkrete Praxiseffekt hängt auch von der regionalen Honorarverteilung ab.
- Ab wann?
- Gesetzlich festgelegt: Kalenderjahr 2027.
- Wen betrifft es?
- Praxen, MVZ, KVen und deren Finanzplanung
Artikel 1 Nr. 32 Buchstabe b; PDF-Seite 13
Hygienezuschläge auf Pauschalen entfallen
- Ausgangspunkt
- Der EBM enthält Hygienezuschläge auf Versicherten- und Grundpauschalen.
- Regelung
- Diese Zuschläge dürfen ab dem gesetzlichen Stichtag nicht mehr im EBM enthalten sein. Daraus folgt keine Absenkung fachlicher Hygieneanforderungen.
- Ab wann?
- Gesetzlich festgelegt: ab 1. Januar 2027.
- Wen betrifft es?
- Praxen und MVZ mit entsprechenden Zuschlägen
Artikel 1 Nr. 31 Buchstabe b; PDF-Seite 11
ePA-Pauschalen enden zum Jahreswechsel
- Ausgangspunkt
- Für bestimmte ePA-Tätigkeiten und die Erstbefüllung bestehen eigene Gebührenordnungspositionen.
- Regelung
- GOP 01431 und 01647 werden gestrichen; GOP 01648 wird nur bis 31. Dezember 2026 weitergeführt. Die gesetzlichen ePA-Pflichten bleiben bestehen.
- Ab wann?
- Vergütungswegfall ab 1. Januar 2027; Übergang für die Erstbefüllung bis Ende 2026 beschlossen.
- Wen betrifft es?
- Vertragsarztpraxen und MVZ
EBA 88 vom 25. August 2026, Beschlussteile A–C
Was Sie jetzt prüfen können
Empfehlungen zur Vorbereitung; keine zusätzliche gesetzliche Verpflichtung.
Praxis & MVZ
Ermitteln Sie getrennt die bisherigen Vermittlungszuschläge, Hygienezuschläge und Erlöse aus TSVG-Fällen. Prüfen Sie danach die Vorgaben Ihrer KV für 2027; pauschale Abschläge auf den Gesamtumsatz wären zu grob.
Gesundheitsunternehmen
Prüfen Sie, wie stark Ihre Kunden oder Beteiligungen von den betroffenen Erlösarten abhängen. Überarbeiten Sie Budgetannahmen nach konkreten Vergütungsregeln, nicht nach einer allgemeinen Sparquote.
Politische Gremien
Trennen Sie den gesetzlich vorgesehenen Einsparmechanismus von beobachteten Versorgungseffekten. Fallzahlen, Terminangebot und Wirtschaftlichkeit sollten später gemeinsam ausgewertet werden.
Worauf ich weiter schaue
Wie setzen Bewertungsausschuss und regionale KVen die Änderungen um? Welche Effekte ergeben sich je Fachgruppe und Erlösart?
Verlauf und Originalquellen
Der bisherige Verlauf
Bundestag beschließt Gesetz
Der Bundestag nimmt die im Gesundheitsausschuss geänderte Fassung an.
Deutscher Bundestag ↗Gesetz verkündet
Das Gesetz vom 24. Juli erscheint im Bundesgesetzblatt, Teil I Nummer 228.
Bundesgesetzblatt ↗Erste Regelungen treten in Kraft
Artikel 8 Absatz 1 bestimmt grundsätzlich den Tag nach der Verkündung; die Absätze 2 bis 4 regeln Ausnahmen.
Bundesgesetzblatt ↗Erste Vergütungsbeschlüsse liegen vor
Bewertungsausschuss und Erweiterter Bewertungsausschuss regeln unter anderem Terminvermittlungszuschläge, ePA-Vergütung und die Hausarzt- und Kinderarzt-MGV. Die hier dargestellten Vergütungsänderungen beginnen überwiegend 2027.
Erweiterter Bewertungsausschuss ↗ · Erweiterter Bewertungsausschuss ↗ · Bewertungsausschuss ↗ · Bewertungsausschuss ↗Orientierungswert 2027 beschlossen
Separater Honorarbeschluss: Ab Januar 2027 beträgt der Orientierungswert 13,0207 Cent je Punkt. Er ist neben den gesetzlichen Änderungen zu berücksichtigen und garantiert keinen entsprechenden Umsatzzuwachs.
Bewertungsausschuss ↗Bundestag beschließt Korrekturen zur OP-Vergütung
Mit der Notfallreform beschließt der Bundestag Änderungen am Spargesetz. Ambulante Operationen einschließlich Begleitleistungen sollen weiter extrabudgetär vergütet werden. Die Korrektur ist noch nicht verkündet.
Deutscher Bundestag ↗ · Kassenärztliche Bundesvereinigung ↗Durchschnittlicher Zusatzbeitrag 2027 festgelegt
Das BMG legt den Durchschnitt auf 2,9 Prozent fest; die einzelnen Krankenkassen bestimmen ihre eigenen Zusatzbeiträge.
Bundesgesundheitsministerium ↗
Originalquellen
- GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz: Bundesgesetzblatt 2026 I Nr. 228 ↗Bundesgesetzblatt · 29. Juli 2026
Gesetz vom 24. Juli 2026; Maßnahmen mit Einzelfundstellen im Schwerpunkt; Artikel 8, PDF-Seite 45: Inkrafttreten - Bundestagsbeschluss: Ausnahme für ambulante Operationen ↗Deutscher Bundestag · 14. Oktober 2026
Drucksache 21/8629: § 87d Abs. 1 Nr. 8, Seiten 46–47; Begründung Seite 147. Vom Bundestag am 15. Oktober angenommen; noch keine Verkündung der Änderung. - KBV: Bundestagsbeschluss zu OP-Vergütung und Spargesetz ↗Kassenärztliche Bundesvereinigung · 15. Oktober 2026
Abschnitt „Änderungen am Spargesetz“: extrabudgetäre OP-Vergütung, Haus- und Kinderärzte; abschließende Bundesratsbefassung steht noch aus. - Bundestag beschließt GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz ↗Deutscher Bundestag · 10. Juli 2026
- EBA 88: Terminvermittlungszuschläge der Fachärzte ↗Erweiterter Bewertungsausschuss · 25. August 2026
PDF-Seite 4: unter anderem Streichung GOP 06228; Wirkung zum 1. Januar 2027 - EBA 88: ePA-Vergütung und Übergang bis Ende 2026 ↗Erweiterter Bewertungsausschuss · 25. August 2026
Beschlussteile A–C, PDF-Seiten 1–4; Erläuterungen, Seiten 5–8 - BA 848: TSVG, Organspendeberatung und Kurzzeittherapie ↗Bewertungsausschuss · 25. August 2026
PDF-Seiten 1–3; Wirkung zum 1. Januar 2027 - BA 848: Anpassung der Hausarzt- und Kinderarzt-MGV ↗Bewertungsausschuss · 25. August 2026
Mit Erratum vom 18. September 2026, PDF-Seite 1; Wirkung ab Quartal 1/2027 - BA 853: Orientierungswert für das Jahr 2027 ↗Bewertungsausschuss · 23. September 2026
PDF-Seite 2: 13,0207 Cent ab 1. Januar 2027 - BMG legt durchschnittlichen Zusatzbeitrag 2027 auf 2,9 Prozent fest ↗Bundesgesundheitsministerium · 30. Oktober 2026
Mitteilung vom 30. Oktober: Festlegung für 2027; kassenindividuelle Beiträge bleiben gesondert. - BA 788: Abgrenzung von OP-Leistungen und IVOM ↗Bewertungsausschuss · 7. Juli 2025
Empfehlung mit Wirkung zum 1. Januar 2026; Nr. 2 Ziffer 4 auf Seite 2: ambulantes Operieren; Ziffer 22 auf Seite 3: IVOM gesondert. - Ausschussbericht 21/7016: Begründung zur Katarakt- und Technikvergütung ↗Deutscher Bundestag · 8. Juli 2026
PDF-Seite 193; Begründung, keine verbindliche Kürzungsquote - KBV: Umsetzung des Beitragssatzstabilisierungsgesetzes ↗Kassenärztliche Bundesvereinigung · Abgerufen: 27. September 2026
Abschnitt zur Absenkung technischer Leistungen und Kataraktoperationen - Institut des Bewertungsausschusses: Beschlussregister ↗Institut des Bewertungsausschusses · Gezielt geprüft: 21. Oktober 2026
Veröffentlichte Beschlüsse am 21. Oktober gezielt auf die Kataraktneubewertung geprüft; ergänzend KBV-Beschlussregister abgeglichen. - FinanzKommission Gesundheit: Empfehlung 18 zur Kataraktvergütung ↗FinanzKommission Gesundheit / BMG · 1. Juni 2026
Erster Bericht vom 30. März, Fassung vom 1. Juni 2026; PDF-Seiten 159–161 - EBM 4/2026: GOP 31351 und Zuordnung zur Phakoemulsifikation ↗Kassenärztliche Bundesvereinigung · 1. Oktober 2026
Fassung erstellt am 1. Oktober 2026; PDF-Seite 1186: OPS 5-144.5a und zugeordnete Leistungen. Bewertung im Abschnitt 31.2.11. - GKV-Spitzenverband: Stellungnahme zum Gesetzentwurf ↗GKV-Spitzenverband · 16. Juni 2026
PDF-Seiten 211–212; Forderung eines Verfahrensbeteiligten, kein Gesetz - G-BA: Gesetzesaufträge des Beitragssatzstabilisierungsgesetzes ↗Gemeinsamer Bundesausschuss · Gezielt geprüft: 21. Oktober 2026
Abschnitte Zweitmeinung und neue Informationspflichten: § 27b Abs. 3 und 6 SGB V. - Sozialversicherungsrechengrößen 2027: Kabinettsbeschluss ↗Bundesministerium für Arbeit und Soziales · 7. Oktober 2026
Tabelle: GKV-Beitragsbemessungsgrenze 76.500 Euro jährlich; Bundesratszustimmung zur Verordnung noch erforderlich. - GKV-Schätzerkreis: Prognose für 2026 und 2027 ↗Bundesamt für Soziale Sicherung · 14. Oktober 2026
Schätzergebnis 2027: rechnerischer durchschnittlicher Zusatzbeitrag 2,9 Prozent; kassenindividueller Beitrag und amtliche Bekanntgabe gesondert.
Inhaltlich geprüft: 3. November 2026. Letzter belegter Verfahrensschritt: 30. Oktober 2026. Technische Abrufe verändern diese Daten nicht.